Optometrie: Wie sie entstand und was SICHTBETONT damit zu tun hat

Woher kommt die Optometrie?
Als Ursprung der Optometrie gilt ein Briefwechsel aus dem Jahre 1892 zwischen dem Augenarzt Dr. Noyes und dem Optiker Charles Prentice, beide aus New York. Dr. Noyes warf Charles Prentice vor, allein für die Untersuchung der Augen seiner Kunden ein Honorar zu verlangen. Darauf antwortete ihm Charles Prentice: „Da ich nicht wünsche, dass meine Kunden oder irgendein anderer mich in die Klasse oberflächlich ausgebildeter Optiker, die Brillen „ohne Bezahlung“ anpassen......“

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„Würde ich kein Honorar verlangen, so wäre ich gezwungen, Wucherpreise für die Brillen zu verlangen, eine Methode die im Allgemeinen nur von Scharlatanen ausgeübt wird.“

Prentice war übrigens ein brillanter Wissenschaftler, dessen Arbeiten heute noch grundlegende Bedeutung haben. Die nach ihm benannte Prentice Medal ist die bedeutendste Auszeichnung in der Optometrie.

Die Entwicklung der Optometrie in Stichpunkten

1892
Briefwechsel Augenarzt Dr. Noyes und Optiker Charles Prentice über die Verlangung von Honorar für die Augenuntersuchung durch den Optiker
1903
Offizielle Trennung der "Untersuchenden Optiker" von den "Verkaufenden Optikern" in den USA
1904
Der Begriff Optometrist wird synonym für die untersuchenden Optiker verwendet
1910
Erster Universitätsstudiengang Optometrie an der Columbia Universität, New York
1913
Gründung der Association of Optometrists
1927
Gründung der Hochschule für Augenoptik in Jena
1928
Gründung des heutigen World Councils of Optometry in Köln durch Deutschland, Frankreich, Schweiz Niederlande, Großbritannien, USA
1948
Gründung der Deutschen Gesellschaft für Optometrie
1958
In Großbritannien trennen sich Verkäufer als Dispensing Opticans und Verordner als Ophtahlamic Opticans, heute Optometristen



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Was leistet die Optometrie?
Das Konzept der Optometrie definiert die Satzung des World Counils of Optometry folgendermaßen: Die Optometrie ist ein unabhängiger, ausgebildeter und geregelter Gesundheitsberuf. Optometristen sind die primären Dienstleister für den Gesundheitsstatus des Auges und des visuellen Systems. Dies beinhaltet die Refraktion, die Sehhilfenanpassung, die Abgrenzung von Augenkrankheiten und die Wiederherstellung normaler Zustände des visuellen Systems. Eine Untersuchung durch einen Optometristen umfasst das gesamte visuelle System und nicht nur die Sehschärfe. Gleichzeitig wird intensiv auf mögliche Auffälligkeiten der Augen gescreent, um diese einer weiteren Behandlung zuzuführen. Dies kann zur Verordnung einer Sehhilfe, Vision Training oder einer weiteren Abklärung führen.

 

Gut für Sie zu wissen

Optometrie in Deutschland
Nach der Teilung Deutschlands waren die meisten Optometristen in der DDR isoliert. Im Westen entwickelte sich die Augenoptik primär in einen handwerklich orientierten Beruf. Erst in den 80er Jahren versuchte eine kleine Gruppe von Optometristen unter Führung der Vereinigung Deutscher Contactlinsen Spezialisten und Optometristen VDCO, den Anschluss an internationale Entwicklungen zu finden. Die VDCO initiierte die ersten Master Studiengänge und es wurden Hochschul-Studiengänge mit Bachelor Abschluss in Optometrie eingeführt. Durch ein von der VDCO initiiertes Verfahren vor dem Bundesverfassungsgericht konnte die rechtliche Grundlage im Jahre 2000 gesichert werden. Heute zeigt sich auch in Deutschland verstärkt die Teilung der Optik in zwei Berufe, Optometristen und Augenoptiker.

Stefan Lahmes Rolle
Zunächst als Vorstandsmitglied, später als Vorsitzender der VDCO hat Stefan Lahme seit 1984 die Entwicklung der deutschen Optometrie maßgeblich beeinflusst. Zusammen mit dem Kollegen Wolfgang Cagnolati brachte er die Verfassungsbeschwerde, welche letztlich den rechtlichen Rahmen der Optometrie sicherte, auf den Weg. Er war an der Einführung des ersten Masterstudiengangs in Klinischer Optometrie mit einer amerikanischen Hochschule beteiligt. International hat er die deutsche Optometrie viele Jahre beim World Council of Optometry und dem europäischem Rat für Optometrie repräsentiert. Für seine Verdienste um die deutsche Optometrie wurde er zum Ehrenvorsitzenden der Vereinigung Deutscher Contactlinsen Spezialisten und Optometristen, VDCO gewählt und 2010 mit deren Optometrie Preis ausgezeichnet.
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Für Ihr gesundes Sehen nur das Beste

Was unterscheidet einen Optometristen eigentlich von einem Augenoptiker?
Augenoptiker absolvieren eine handwerklich orientierte Ausbildung mit dem Abschluss Augenoptikermeister. Dies kann in Wochenend-Schulungen oder Meisterkursen erfolgen und vermittelt Basiskenntnisse einer Sehschärfenprüfung. Ein weiterer und höher qualifizierter Weg ist der Besuch einer Fachschule für Augenoptik mit dem Abschluss Staatlich geprüfter Augenoptiker. Beide Abschlüsse vermitteln nur Basiskenntnisse der Brillenglasbestimmung und Contactlinsen Anpassung. Optometristen hingegen absolvieren ein biomedizinisch ausgerichtetes Hochschulstudium mit den Schwerpunkten visuelle Wahrnehmung und Augengesundheit. Sie sind Gesundheitsdienstleister mit Bachelor oder Master Abschluss.

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